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Sand- bzw. Erdbienen: Andrena clarkella

Artname: Andrena clarkella (Kirby 1802)
Volksmund: deutsch: "Rotbeinige Lockensandbiene" · englisch: "Clarke's Mining-Bee" · niederländisch: "Zwart-rosse zandbij"
Merkmale: W.: 12–13 mm; . W.: 10–12 mm.
Verbreitung: Europa 45.–70. Breitengrad, ganz Deutschland.
Lebensraum: Waldränder und -lichtungen, auch Sandheiden, Sand- und Tongruben, bevorzugt auf Wegen und anderen vegationsfreien allenfalls bemoosten flachen oder steilen Stellen.
Fortpflanzung:  selbstgegrabene Erdnester, meist in kleinen, lockeren Aggregationen: meist 4–5, auch 10–30 cm lange Gänge in sandigen oder lehmigen Böden.
Kuckuck: die Wespenbiene Nomada leucophthalma
Nahrung,
Nestproviant:
spezialisiert auf Weiden (Salicaceae), vor allem Salweide (Salix caprea) (oligolektisch)
Flugzeit: eine Generation im Jahr (univoltin): Mitte März–Anfang April; Überwinterung als Imago.
Sandbiene Andrena clarkella, W
Andrena clarkella , Waldrandbewohnerin · Solingen, ehemalige Tongrube, 16.3.2004

Andrena clarkella wird von einigen Wildbienen-Freunden, die unbedingt wissenschaftliche Namen vermeiden wollen, umständlich als "Rotbeinige Lockensandbiene" bezeichnet. Die Sandbiene ist mit ihrem auffällig rotbraun bepelzten Thorax und dritten Beinpaar eine recht schöne Wildbiene. Sie gehört zu den frühen Arten, da sie schon im März fliegt, und zu den Nahrungsspezialisten, da sie nur an Weidenblüten sammelt; dort sind allerdings fast ausschließlich Weibchen zu finden, denn Männchen besuchen Blüten so gut wie nie.
    Das Nistplatz-Schema dieser Art ist weniger eng, allerdings auf Saumbiotope an Waldaußen- und -innenrändern und dort auf vegetationsfreie oder -arme Flächen beschränkt. Spaziergänger können am ehesten an Waldwegen und in Parks und aufgelassenen Tongruben auf diese Sandbiene aufmerksam werden, vor allem Mitte März bzw. in der zweiten Märzhälfte, wenn die Männchen über und neben den Nistgängen auf die Weibchen warten. Die Männchen sind Mitte April bereits tot, die Weibchen überleben immerhin bis ca. Ende Mai. Die Metamorphose (Larve–Puppe–Vollinsekt) läuft vollständig in der folgenden warmen Jahreszeit ab, und da diese Biene nur einmal im Jahr fliegt bzw. brütet, überwintert sie als Vollinsekt (Imago) und kommt erst im folgenden Frühjahr wieder an die Erdoberfläche.

Temperaturabhängiges Schlüpfen im Frühjahr
A. clarkella ist eine der frühesten Arten: Sie taucht typischerweise auf, sobald die Temperaturen deutlich steigen. Im Frühjahr 2005 war das in Solingen der 16. März:
    Am 13. März hatte es noch Nachtfrost gegeben, vom 14. auf den 15.03.2005 kletterte die nächtliche Tiefsttemperatur plötzlich von 1° auf 7° C und die Tageshöchsttemperatur von 7° auf 12° Celsius, aber noch waren kein Individuum und kein Nistgang zu sehen. Einen Tag später war die Tiefst- bzw. Höchsttemperatur auf 11° bzw. 17° C gestiegen, und es wimmelte von Männchen, die sich überwiegend krabbelnd fortbewegten und die Nisteingänge inspizierten. Sogar drei Weibchen waren schon auszumachen.
  Andrena clarkella: Erscheinen im März 2005

Als Solitärbiene nistet Andrena clarkella zwar einzeln, dennoch tritt sie in Aggregationen mit vielen hundert Nestern auf, die sich locker über eine größere Fläche erstrecken können. Der Grund für solche inselartigen Konzentrationen ist vor allem in der Eignung des (teilbeschatteten) Niststandortes und der erreichbaren Nähe der Futterpflanzen, nämlich der Sal- und anderer Weiden, zu sehen.

Andrena clarkella: Nisthügel   Andrena clarkella: Aggregation in einer Tongrube
Andrena-clarkella-Nester am Nordhang einer Tongrube (Solingen, 17.03.2004). Die Bienen nisten vorzugsweise auf der von einer dünnen Humus- und Moosschicht bedeckten Krone, aber auch im steil abfallenden Hang. Der Zaun wurde rücksichtslos durch den bewohnten Randstreifen geschlagen.

Andrena clarkella: Paarung (1)   Andrena clarkella: Paarung (2)
A. clarkella : Paarung mit vibrierenden Flügeln   : nach der Paarung · Solingen, 16.3.2004

2 Andrena-clarkella-W an und in der Niströhre   Andrena clarkella, W, an Weide
A. clarkella: Zwei Weibchen an und in der Niströhre   A. clarkella  an einer Weide

Andrena-clarkella-W nach einem Sammelflug   Andrena-clarkella-W mit Pollen beim Eingraben (1)
Andrena clarkella  nach einem Sammelflug ...   ... und beim Eingraben · Solingen, 21.03.2011

Andrena-clarkella-W vor einem Sammelflug   Andrena-clarkella-W mit Pollen beim Eingraben (2)
Andrena clarkella  vor einem Sammelflug ...   ... und beim Eingraben · Solingen, 21.03.2011

Andrena clarkella-Aggregation auf einem Kinder-Spielplatz · Solingen-Ohligs, 21.03.2011

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Weibchen und Männchen lassen sich gemeinsam nur während der wenigen Tage der Paarungszeit im März beobachten · Solingen, 16.03.2004. (Die Motive sind herunterladbar als  Bildschirm-Hintergrund)
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Das Graben einer Niströhre ist ein hartes Stück Arbeit ...
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Ein kleiner Inspektionsgang aus der Niströhre und um sie herum ...
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Schmarotzer: An Nestern von A. clarkella kann man mit etwas Geduld die Kuckucksbiene  Nomada leucophthalma beobachten: eine Bienenart aus der Gattung der Wespenbienen ( Nomada), die ihren Namen ihrer farbigen Streifung verdanken. Wie ihr "Vorbild" aus dem Vogelreich legt diese Kuckucksbiene ihre Eier im günstigen Moment in die Nester ihrer Wirtin und läßt diese die Vorräte für die Kuckuckslarven sammeln und eintragen. Bei A. clarkella scheint das nicht so einfach zu sein, da diese Sandbiene vor jedem Aus- und Sammelflug ihr Nest verschließt; allerdings schaufelt Nomada leucophthalma die Nestverschlüsse problemlos auf und nach erfolgter Eiablage auch wieder zu!

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Erd- bzw. Sandbienen · Andrena coitana nächste Gattung