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Sand- bzw. Erdbienen: Andrena curvungula

Artname: Andrena curvungula Thomson 1870
Volksmund: deutsch: "Braunschuppige Sandbiene" · niederländisch: "Gewone klokjeszandbij"
Merkmale: W.: 13–14 mm, gelbbraun kurz behaart; Kopf mit gelb behaarten Augengruben (Foveae facialis), 3. Fühlerglied länger als das 4. & 5. zusammen, das 4. kürzer als breit; Thorax (Mesosoma) auf der Oberseite schuppenartig (samtig) braun behaart, Mittelfeld des Propodeums (also des ersten Abdominalsegments) hinten runzelig; Hinter-Tibien mit breiten rostbraunen Scopae; Abdomen (Metasoma) glatt und dicht punktiert, 2.–4. Tergit mit weißen Binden, die auf dem 2.–3. Tergit mittig unterbrochen sind; rotbraune Endfranse. M.: 11–13 mm, den Weibchen eher unähnlich: Gesicht oben seitlich mit dunklen Haaren, 3. Fühlerglied so lang wie das 4. & 5. zusammen, 5. so lang wie breit; Krallenglied der Hinterbeine länger als die beiden vorherigen Fußglieder zusammen; 2.–5. Tergit mit weißen Binden.
Verbreitung: Europa bis Schweden, Ural und Nordafrika; in Deutschland nördlich mindestens bis zur Sieg (Bonn–Siegen).
Lebensraum: Trockenhänge, trockenwarme Waldränder, Nester dort an Böschungen & Feldrainen.
Fortpflanzung:  selbstgegrabene Erdnester, auch in größeren Aggregationen.
Kuckuck: die Wespenbiene Nomada braunsiana, evtl. auch N. succincta.
Nahrung,
Nestproviant:
spezialisiert auf Glockenblumengewächse (Camanulaceae) (oligolektisch): vor allem die Gattung Glockenblumen (Campanula), aber auch Teufelskrallen (Phyteuma), im Ausland (Kroatien) auch z. B. Edraianthus.
Flugzeit: eine Generation im Jahr (univoltin): Mitte Mai–Ende Juni (M) bzw. Mitte Juli (W).
Rote Liste: Kategorie 3: Gefährdet.
Braunschuppige Sandbiene (Andrena curvungula), W
Die Sandbiene Andrena curvungula  · Bonn, Botanischer Garten, 16.06.2013

Die seltene "Braunschuppige Sandbiene" Andrena curvungula ist durch zwei Indizien identifizierbar: Die Thorax-Oberseite der Weibchen ist nicht wie der "Buckel" anderer Sandbienen blank oder lang behaart, sondern bräunlich beschuppt, und sie sammeln Pollen nur an Glockenblumengewächsen, in Deutschland an Glockenblumen der Gattung Campanula und offenbar auch an Teufelskrallen (Gattung Phyteuma). Die Drohnen hingegen lassen den ungewöhnlichen samtigen Thorax-Pelz vermissen, so daß sie von Männchen anderer Andrena-Arten kaum unterscheidbar sind; sie trinken Nektar auch an anderen Blüten, patrouillieren aber an Glockenblumen auf der Suche nach Weibchen.
    Andrena curvungula fehlt bislang in den nördlichen Bundesländern Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, wurde aber in Schweden (Insel Gotland in der Ostsee) nachgewiesen. Ein Nachweis auch im Norden Deutschlands erscheint also möglich.

Die Abhängigkeit dieser Sandbiene von trockenwarmen Biotopen und Glockenblumen ist der Grund für ihre Seltenheit und Gefährdung: Wenn Wiesen und Böschungen mit Campanula-Beständen im Juni gemäht werden, ist jeder Ansiedlungsversuch zum Scheitern verurteilt, und eine bereits etablierte curvungula-Population stirbt aus. Eine Chance hat die Art dort, wo größere Glockenblumen-Bestände regelmäßig, also jedes Jahr, zur Blüte gelangen. Das ist z. B. in Botanischen Gärten der Fall: Die Fotos dieser Seite wurden im Botanischen Garten der Universität Bonn aufgenommen, wo Andrena curvungula 2012 entdeckt wurde und auch an der "Schmalblättrigen Krugglocke" (Edraianthus tenuifolius) sammelnd gefunden wurde: einer in Kroatien (Nationalpark Plitvicer Seen) endemischen Art der Glockenblumengewächse, die nicht zur Gattung Campanula gehört.

Erdbiene: Andrena curvungula, W   Andrena curvungula, W
Andrena curvungula  sammelt Pollen in Campanula und lagert ihn für den Transport ...   ... in den Bürsten (Scopae) der Hinterschienen · Bonn, Botanischer Garten, 16.06.2013

  Andrena curvungula, W
Andrena curvungula  in Campanula   Andrena curvungula  · Bonn, Botanischer Garten, 16.06.2013

Andrena curvungula, W   Andrena curvungula, W
Andrena curvungula  in Campanula   Andrena curvungula  · Bonn, Botanischer Garten, 16.06.2013

Andrena curvungula, W   Andrena curvungula, W
Andrena curvungula  in Campanula   Andrena curvungula · Bonn, Botanischer Garten, 16.06.2013

Andrena curvungula, W   Andrena curvungula, W
Andrena curvungula  in Campanula   Andrena curvungula · Bonn, Botanischer Garten, 16.06.2013

Andrena curvungula, W   Andrena curvungula, W
Andrena curvungula  in Campanula   Andrena curvungula · Bonn, Botanischer Garten, 16.06.2013

Schmarotzer: An Nestern von Andrena curvungula wie auch an den Blüten der Umgebung kann man mit etwas Geduld die 9–11 mm lange  Kuckucksbiene Nomada braunsiana beobachten, die durch ihre rote und gelbe Zeichnung auffällt. Wie ihr "Vorbild" aus dem Vogelreich legt diese Kuckucksbiene ihre Eier im günstigen Moment in die Nester ihrer Wirtin und läßt diese die Vorräte für die Kuckuckslarven sammeln und eintragen. Gefährdet ist diese Sandbiene durch ihre artspezifische Schmarotzerbiene allerdings nicht.

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Braunschuppige Sandbiene (Andrena curvungula), W
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Andrena curvungula  in einer Glockenblume · Bonn, Botanischer Garten, 16.06.2013

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Braunschuppige Sandbiene (Andrena curvungula), W
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Braunschuppige Sandbiene (Andrena curvungula), W
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Braunschuppige Sandbiene (Andrena curvungula), W
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Das Andrena curvungula  streift den Pollen nach hinten in die Bürsten (Scopae) der Hinterschienen

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Sandbiene: Andrena curvungula, W
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Andrena curvungula  fliegt zur nächsten Blüte · Bonn, Botanischer Garten, 16.06.2013

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