Wildbienen-Parasiten: Trauerschweber
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Artname: Anthrax anthrax (Schrank, 1781)
Synonym: deutsch: "Trauerschweber"
Taxonomie: Ordnung: Diptera ('Zweiflügler') > Unterordnung: Brachycera > Familie: Bombyliidae (Wollschweber)
Merkmale:7–13 mm. W.: Kopf schwarz behaart, Hinterkopf grau bestäubt mit weißen Haaren; Thorax: Mesonotum (Buckel) mit vier Haarstreifen; Beine schwarz, Tibiae mit bräunlichweißen Schuppen; Flügel mit dunkelbraunen Adern, die ersten ca. drei Viertel schwarz, vorn aber durchsichtig, Grenzlinie gezackt, Halteren (= Schwingkölbchen) braun; Abdomen: 1. Tergit seitlich weiß behaart, Endränder des 2. & 3. Tergits mit 4, des 4. & 5. Tergits mittig mit je 2 weißen Flecken, 2 auffällige weißen Halbbinden am Hinterleibsende (6. Tergit). M.: ähnlich W., aber Hinterkopf mit braunschwarzem Haarkranz; weiße Flecken auf dem 4. & 5. Tergit seitlich. Puppe braun, am Kopf mit einer "Krone" aus 6 schwarzen "Zähnen".
Verbreitung:Mitteleuropa bis Asien und Nordafrika; ganz Deutschland.
Lebensraum:Habitate der Wirtsarten
Fortpflanzung:Parasitoid; Überwinterung als bewegliche Puppe.
Wirte:oberirdisch nistende Bienenarten: Osmia, Heriades, Chelostoma, Anthidium, Megachile, Anthophora etc.
Nahrung:Imago: Nektar; Larve: erst vegetarisch, dann karnivor.
Flugzeit:1 Generation (univoltin): Mitte März–Juni?
Trauerschweber Anthrax anthrax
Der Trauerschweber Anthrax anthrax Männchen · Solingen, 16.05.2009

Der Trauerschweber (Anthrax anthrax) ist ein Brutparasit oberirdisch nistender Bienen, vor allem von Mauerbienen, Pelzbienen, Blattschneiderbienen etc. Vor der Eiablage tupft das Weibchen sein Hinterleibsende schwebend oder sitzend mehrmals in Lehmstaub oder Holzmehl, wie man ihn bzw. es am Fuße von Nestaggregationen findet. Zur Eiablage fliegt das Weibchen dann die Nesteingänge an und schleudert Staub und Ei mit einer wippenden Bewegung des Hinterleibs in das Nistloch. Nach kurzer Zeit bereits schlüpft die Fliegenlarve und kriecht – vermutlich durch ihren Geruchssinn geleitet – sofort mit ihren Stummelfüßchen in die Brutzelle der Biene. Nach dem Verschließen der Zelle frißt die Larve vom Bienenproviant und häutet sich dann zu einer fußlosen Made.
    Nach dieser vegetarischen Phase parasitiert sie die Bienenlarve direkt: Zunächst knabbert sie die Wirtslarve nur an und ernährt sich von den austretenden Körpersäften. Zwar kann sich die Bienenlarve noch einen Kokon spinnen, vor oder nach der Verpuppung saugt der Parasit sie jedoch vollständig aus und verpuppt sich dann im Bienenkokon. Die Anthrax-Puppe ist beweglich, und besitzt auf dem Rücken viele Borsten und am Kopf eine "Krone" aus sechs harten Zähnen, mit der sie sich aus dem Kokon und der Brutzelle durch Rotation ihres Körpers befreien kann. Der Grund ist offensichtlich: Die Fliege, die im Eingangsbereich aus der Puppenhaut schlüpft, wäre dazu mit ihren zarten Mundwerkzeugen nicht mehr fähig.

Anthrax anthrax, W   Anthrax anthrax, W
Anthrax anthrax Weibchen im Schwebflug vor Totholz-Nisthilfen · Wuppertal-Eskesberg, 21.05.2011   Anthrax anthrax Weibchen vor der Eiablage in einer Lehmwand · Wuppertal-Eskesberg, 21.05.2011

Anthrax anthrax, W   Anthrax anthrax, W
Aufgeplatzte Trauerschweber-Puppe mit Zahnkrone in einer Lehm-Nistwand der Pelzbiene Anthophora plumipes · Solingen, 22.03.2009   Anthrax anthrax Weibchen auf der Lehmwand eines Wildbienenstandes · Wuppertal, 21.05.2011

Anthrax anthrax, W   Anthrax anthrax, W
Mit den Flügeln in seiner Puppe hängengebliebener Trauerschweber (Anthrax anthrax), der sich in einem Osmia-bicornis-Kokon entwickelt hat · 30.04.2015   Leere Anthrax-anthrax-Puppe mit ihrer schwarzen sechszackigen Bohrkrone (links) · 30.04.2015

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