Wildbienen-Räuber: Säuger
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Mensch (Homo sapens)   Spitzmaus (Crocidura suaveolens)
Homo sapiens, der "wissende Mensch",
geht überhaupt nicht weise mit der Natur um.
  Die Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens) gehört wie Maulwurf und Igel zu den "Insektenfressern"

Säugetiere gehören nicht zu den wirklichen "Gegenspielern" der Bienen – sie jagen sie nicht aktiv, sondern fressen sie und ihre Entwicklungsstadien quasi nur nebenbei. Bienen werden von dieser Tierklasse also kaum nennenswert genutzt – dennoch sind sie durch einen einzigen Säuger erheblich gefährdet ...

  1. Der Mensch, selbst ein Säuger, ist der Bienenkiller Nr. 1. Unter den Feinden der Bienenfauna nimmt er einen Sonderstellung ein: Er tötet die Bienen nicht, um sie zu essen, also sein Überleben zu sichern, sondern weil er ihre Lebensräume – vor allem ihre Nistplätze – zugunsten eigener (eingebildeter) Bedürfnisse verändert bzw. vernichtet und ihre Nahrungspflanzen als Konkurrenten seiner eigenen Nutzpflanzen oder einfach aus ästhetischen Gründen als "Unkraut" vernichtet. Und obwohl – oder gerade weil? – er sich der Folgen seines Handelns oft gar nicht bewußt ist, richtet er in der Natur mit weitem Abstand die größten Schäden an. Welche Schäden das sind, läßt sich auf den Seiten Gefährdung der Bienenfauna "Gefahren für Wildbienen" (bzw. kurz "Gefährdung") und "Bienensterben" unter Häufige Fragen "Häufige Fragen" nachlesen.
  2. Insektenfresser (Eulipotyphla bzw. Insectivora) im eigentlichen, engeren Sinne sind eine urtümliche Tiergruppe, zu der im deutschsprachigen Raum die Igel, Maulwürfe und Spitzmäuse gehören. Natürlich verschmähen diese Fleischfresser eine Biene oder ihre Brut nicht, wenn sie sie finden.
  3. Fledermäuse (Microchiroptera) sind ebenfalls Insektenfresser. Bienen gehören nur deshalb nicht zu ihrer Beute, weil Fledermäuse nachts jagen, Bienen aber nur tagsüber (und nur bei schönem Wetter) fliegen. Die Aktivitätsphasen beider Gruppen können sich allerdings überlappen, weshalb eine gelegentlicher Jagderfolg bei den wenigen dämmerungsaktiven Bienenarten nicht ganz auszuschließen ist.
  4. Nagetiere (Rodentia): Auch Mäuse (Muridae), die man je eigentlich für Vegetarier hält, können Wildbienen schädigen, vor allem Hummelnester.
  5. Marder (Mustelidae), also Baum- und Steinmarder, Iltis, Nerz, Mauswiesel und Hermelin etc. sind keine aktiven Insektenjäger, sie nehmen Kerbtiere nur gelegentlich auf. Dachse (Meles meles) hingegen sind Allesfresser, die Insekten, Lurche, Kleinsäuger und Aas ebenso fressen wie Knollen, Wurzeln und Obst. Die großen und bis zu 24 kg schweren Tiere können mit ein paar Larven eines Solitärbienennestes kaum etwas anfangen, mit ihren mächtigen Tatzen sind sie aber leicht in der Lage, sich durch eine ausgedehnte Nest-Aggregation zu wühlen oder ein Hummelnest auszugraben und völlig zu vernichten.
  6. Kratzspuren des Dachses (Meles meles)
    Kratzspuren des Dachses (Meles meles) an einer Pelzbienen-Nistwand · Kaiserstuhl, 03.08.2015
  7. Bären (Ursidae) haben einen uralten Ruf als Honigliebhaber, und das macht sie natürlich zu Bienenräubern und -parasiten: Wenn ein Braunbär (Ursus arctos) Gelegenheit hat, eine Honigbienenbeute zu plündern, nimmt er viele Stiche der Arbeiterinnen in Kauf, um an den nahrhaften Honig samt der Waben zu kommen. In früheren Zeiten mußten Imker deshalb ihre Völker auch gegen Bären schützen. Hauptsächlich ernährt sich der Allesfresser allerdings von Beeren, Pilzen, Eicheln, Bucheckern und Nüssen (und bei Gelegenheit auch Feldfrüchten wie Mais, Kartoffeln, Rüben) und in geringem Umfang auch von Kleintieren: Bodeninsekten, Schnecken, Lurchen und Kleinsäugern. Die mächtigen Großsäuger jagen zwar in manchen Teilen ihres Verbreitungsgebietes erfolgreich auch Großwild, müssen sich aber ansonsten meist mit Aas, hilflosen Jungtieren oder schwachen Alttieren zufriedengeben.
        Das Problem der Gefährdung durch Bären hat der Mensch auf seine Weise gelöst: Erst rottete er den Braunbär in Mitteleuropa fast vollständig aus – in Deutschland wurde der letzte Braunbär angeblich schon 1835 getötet; dann rotteten Imker nach dem 2. Weltkrieg auch die einheimische Dunkle Honigbiene (Apis mellifera mellifera) aus, um sie durch ausländische Zuchtformen zu ersetzen. Diese sind jetzt durch die eingeschleppte Varroa-Milbe gefährdet ...
  8. Füchse (Canidae > Vulpini) ernähren sich bekanntlich nicht von Gänsen, sondern opportunistisch von allen Kleintieren, die sie erbeuten können, vor allem von Mäusen. Wird diese Beute knapp, fressen sie auch Insekten, und das können auch auf dem Boden krabbelnde Bienen oder ihre Larven in ihren Bodennestern sein.
  9. Wildschweine (Suidae > Sus scrofa) sind Allesfresser – ebenso wie Dachse, Ratten und Menschen. Die pflanzliche Nahrung umfaßt Wurzeln und Knollen, Eicheln und Bucheckern (und Feldfrüchte, wie mancher Bauer leidvoller Erfahrung weiß), die tierische Nahrung Würmer, Insekten, Amphibien, Vogeleier, Kleinsäuger und Aas. Wer einmal eine von Wildschweinen "durchpflügte" Fläche gesehen hat, kann sich vorstellen, was diese Allesfresser in einer Wildbienen-Aggregation etwa von Andrea vaga oder Colletes cunicularius anrichten können. Ausrotten können Wildschweine eine Bienenart allerdings nicht – das schafft nur ein anderer Allesfresser ...
  10. Haustiere unter den Säugetieren gehören nicht zu den natürlichen Freßfeinden der Bienen; Hunde und Katzen werden zwar gelegentlich beim Graben nach Bienennestern beobachtet, für keine Bienenart geht davon aber eine Gefahr aus. Freilaufende Hauskatzen fordern allerdings einen hohen Blutzoll von der heimischen Vogelwelt.

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