Wildbienen-Räuber: Vögel
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Alle Landvogelarten, die sich von tierischem Eireiß ernähren, sind auch potentielle "Bienenfresser", selbst unter großen Vogelarten wie den Greifvögeln gibt es Arten, die sich von Insekten ernähren.

1. Falken (Falconiformes)

Die meisten Arten jagen Beute von der Größe einer Maus oder eines Sperlings an aufwärts. Es gibt aber Ausnahmen: Turmfalken (Falco tinnunculus) etwa fressen, wenn Mäuse und Singvögel rar sind, auch Insekten, und das können auch Bienen sein.

2. Greifvögel bzw. Habichtartige (Accipitriformes)

Anders als der gleichgroße Mäusebussard (Buteo buteo) hat sich der Wespenbussard (Pernis apivorus) hat sich gar auf Insekten spezialisiert, vor allem Faltenwespen der Gattung Vespula (obwohl er die Biene im wissenschaftlichen Namen trägt). Der Greif ist an seine spezielle Nahrung gut angepaßt: Die Nasenlöcher sind als Schutz gegen Stiche schlitzförmig, der lange und schmale Oberschnabel ist nur schwach gekrümmt, also gut für das Herausziehen von Wespenlarven aus ihren Waben geeignet, vor allem das Kopfgefieder ist sehr steif, und die kaum gebogenen Krallen sind für eine grabende Tätigkeit optimiert. Die Vögel kommen erst im Hochsommer aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück, also dann, wenn Wespen für die Jungenaufzucht ausreichend häufig sind. Da nur staatenbildende Insekten (sowie Amphibien, Reptilien und kleine Säuger) eine lohnende Nahrungsquelle sind, kommen Solitärbienennester nicht in Frage. Hummelnester aber werden durchaus ausgegraben.

3. Hühnervögel (Galliformes)

Fasane (Phasianus colchicus), Rebhühner (Perdix perdix) und Wachteln (Coturnix coturnix) picken nicht nur Samen auf, sondern – vor allem zur Jungenaufzucht – auch Insekten. An den Niststätten bodenbewohnender Bienen erbeuten sie also auch schwärmende Drohnen und grabende Weibchen.

4. Rackenvögel (Coraciiformes) bzw. Eisvogelverwandte (Alcediniformes)

Zu den Rackenvögeln zählen traditionell neben den namengebenden Racken (Coraciidae) u. a. die auch in Deutschland bekannten Eisvögel (Alcedinidae), die Bienenfresser bzw. Spinte (Meropidae) und die Wiedehopfe (Upupidae). Neuere taxonomische Studien trennen die Nashornvögel (Bucerotiformes), Hopfe (Upupiformes) und Eisvogelverwandten (Alcediniformes) von den Rackenvögeln; demnach zählt die Familie der Bienenfresser (Meropidae) zu den Eisvogelverwandten.

Der Bienenfresser (Merops apiaster) ist ein drosselgroßer Vogel, dessen Farbigkeit für europäische Vogelwelt ganz untypisch ist: Bauch und Brust türkisfarben, Scheitel, Nacken und Oberrücken rostbraun, Kinn gelblich, schwarzer Augenstreif, langer, leicht gebogener Schnabel, verlängerte mittlere Steuerfedern der Altvögel.
    Der "Bienenfresser" ist unter den Vögeln der Bienenfresser schlechthin: Er ernährt sich vor allem von Hautflüglern, also Bienen (einschließlich Hummeln) und Wespen, aber auch von fliegenden Käfern, Libellen und Zikaden. Von den Stechimmen wird er nicht gestochen, weil er die erbeuteten Insekten vor dem Schlucken auf eine Unterlage schlägt und durchknetet. Grobe Teile des Chitinpanzers würgt der Bienenfresser anschließend als Speiballen aus.
  Merops apiaster

5. Segler (Apodidae)

Die Segler bilden zusammen mit den Baumseglern (Hemiprocnidae, 4 Arten) und den bekannteren Kolibris (Trochilidae) eine eigene Ordnung (Apodiformes), gehören also nicht zu den Singvögeln (Passeres bzw. Oscines); sie sind folglich nicht mit den Schwalben verwandt, mit denen sie aber aufgrund Ihres Äußeren oft verwechselt werden. Die weltweit 92 Seglerarten sind sehr schnelle Flieger mit langen spitzen Flügeln und perfekter als alle anderen Landvögel an das Leben in der Luft angepaßt: Ihren Dauerflug unterbrechen sie nur zum Brüten. In Deutschland kommen nur zwei Seglerarten vor: der Mauersegler (Apus apus) und der Alpensegler (Tachymarptis melba).

Die Mauersegler (Apus apus), die ab Anfang Mai pfeilschnell und mit lautem Pfeifen durch unsere Städte fliegen und unter Dachvorsprüngen nisten, jagen alle fliegenden Insekten und natürlich auch Spinnen, die ebenfalls in der Luft unterwegs sind. Natürlich sind auch Bienen unter den "Opfern".   Apus apus

6. Singvögel (Passeres bzw. Oscines)

Die häufige Rabenkrähe (Corvus corone corone) gilt als Untert der Aaskrähe (Corvus corone); sie ist kleiner als der Kolkrabe, und im Vergleich zur Saatkrähe ist ihr Schnabelgrund schwarz befiedert (nicht nackt und weißlich).

Rabenkrähe in Andrena-vaga-Aggregation   Kot der Rabenkrähe
Rabenkrähe in A.-vaga-Aggregation · Haaner Sandberg, April 2006   Rabenkrähenkot (oben) mit reichlich Chitinpanzern

Wer Wildbienen – vor allem Mauerbienen, Scheren und Löcherbienen – hohle Stengel bzw. Röhrchen anbietet, kennt in der Regel dieses Bild: Plötzlich ragen einige der Niströhrchen aus der Nisthilfe heraus. Der "Übeltäter" war meist die Kohlmeise (Parus major): Die schlauen Vögel wissen, was sich hinter den Nestverschlüssen verbirgt und versuchen, an die Larven zu gelangen. Zum Glück für die Bienen ist das nicht so einfach, denn die letzte (bzw. von vorn die erste) Brutzelle ist immer leer ...   Das Werk der Kohlmeise (Parus major)

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