Praktischer Hummel-Schutz

  Zu kaufen: Schwegler-Hummelkasten

Fünf Schritte führen zum Hummelschutz, und jeder sollte überlegen, wieweit er/sie gehen kann:

    Keine Chemie Verzicht auf Chemie im eigenen Garten
    Trachtpflanzen Anpflanzen geeigneter Trachtpflanzen
    Natürliche Nistplätze Bewahren natürlicher Nistplätze
    Künstliche Nisthilfen Schaffen künstlicher Nisthilfen
    Politisches Engagement Politisches Engagament für Natur- und Artenschutz

1. Verzicht auf Chemie

Ein doppelter Chemieeinsatz macht Hummeln zu schaffen: Der Kunstdünger für den perfekten Rasen und andere Zwecke fördert das Wachstum des Grases und anderer, in unseren Gärten nicht heimischer Pflanzen; diese verdrängen eine große Anzahl von Wildkräutern, die an anderer Habitate angepaßt sind, vor allem an magere Böden. Solange gedüngt wird, ist selbst das Aussäen einer Wildblumenmischung mittel- und langfristig erfolglos.
    Das Ausbringen von Pestziden, gleich, ob es sich gegen sogenannte Unkräuter (Herbzide), Pilze bzw. Verpilzung (Fungizide) oder Insekten (Insektizide) richtet, muß grundsätzlich unterbleiben. Pflanzen, die nur mittels Chemie gegen unsere mitteleuropische Umwelt geschützt und kultiviert werden können, haben in einem bienenfreundlichen Gartenbiotop nichts zu suchen.

2. Naturgarten, Trachtpflanzen

Ein Naturgärtner verzichtet auf fremdländische Blütenpflanzen und unfruchtbare Hybridformen, die Hummeln keine Nahrung bieten, und förderung unsere Wildkrautflora, indem er ihre natürliche Ansiedlung duldet und unterstützt oder sie gar (wenn dieses Wort hier erlaubt ist) bewußt "anbaut". Um einen naturgemäßen Garten anzulegen, sollte man etwas Literatur (Wildbienen allgemein --> Weitere Literatur "Weitere Literatur") zu Rate ziehen und bei Bedarf zusätzliche bienenfreundliche Trachtpflanzen (Wildbienen allgemein --> Pflanzen-Adressen "Pflanzen-Adressen") anpflanzen. Nur eine große, aber standortgemäße Pflanzenvielfalt trägt dauerhaft den vielfältigen Bedürfnissen der Wildbienen Rechnung. Zu den besonders hummelfreundlichen Trachtpflanzen, die VON HAGEN in seinem Buch auflistet, zählen unter anderen:

Gartenhummel an Klee Ackerbohne, Ackersenf, Gemeine Akelei, Alpenscharte, Apfel, Bärlauch, Beinwell, Berufkraut, (Felsen-)Birne, Borretsch, Brombeere, Büschelschön, Distelarten, Dost, Blauer und Bunter Eisenhut, Esparzette, Fetthenne, Fingerhutarten, Geißblatt, Glockenblumarten, Kriechender Günsel, Rote Heckenkirsche, Hederich, Herbstzeitlose, Herzgespann, Himbeere, Hohlzahn, Rote Zier- bzw. Blutjohannisbeere (Ribes sanguineum atrorubens!), Schwarze Johannisbeere, Kardenarten, Echte Katzenminze, Kleearten, Klettenarten, Wiesenknautie, Königskerze, Kornblume, Bunte Kronwicke, Laucharten, Lavendel, Löwenmaularten, Winter- und Sommerlinde, Löwenzahn, Lupine, Luzerne, Mehlbeere, Minzenarten, Gemeiner Natterkopf, Schwarznessel, Quendel, Gemeine Ochsenzunge, Pflaume, Heckenrosen, Weißer Safran, Wiesen-Salbei, Berg-Sandglöckchen, Schlehe, Schneeballarten, Schneebeere, Schwertlilien, Taubenskabiose, Sonnenblume, Stachelbeere, Purpurroter Steinsame, Süßkirsche, Taubnessel, Teufelskralle, Türkenbundlilie, Vogelbeere, Vogelwicke, Weidenarten, Weidenröschen, Weigelie, Weißdorn, Wickenarten, Ziestarten

3. Natürliche Nistplätze

Der nächste Schritt ist die Bewahrung natürlicher Niststätten, also von Böschungen, Bruchsteinmauern, Hecken, Mauslöchern, Baumhöhlen etc. Schon bei der Anlage eines Gartens ist daher darauf zu achten, daß nicht alles gerodet, planiert und umgegraben wird, sondern die Topographie der Bereiche, die nicht intensiv genutzt werden, erhalten bleibt. Soll eine Mauer im Garten errichtet werden, sollte sie nicht gegossen oder fugenlos gemauert, sondern aus Naturbruchsteinen gesetzt werden: Eine solche "Trockenmauer" bietet in ihren großen und kleinen Höhlungen nicht nur Hummeln Nistmöglichkeiten.

4. Künstliche Nisthilfen

Wenn natürliche Nistmöglichkeiten fehlen oder ergänzt werden sollen, kann man die Natur nachahmen und mit vorhandenem oder preiswert käuflichem Material einfache künstliche Höhlungen im, auf und über dem Boden bereitstellen, die im Naturgarten kaum auffallen.
    Wer allerdings seine Schützlinge auch studieren möchte, der sollte sich einen oder gleich mehrere geräumige Hummelkästen zulegen, die die Kontrolle und Beobachtung der Entwicklung eines Volkes erlauben. Bauanleitungen (1, 2) sollen helfen, einen geeigneten Großraum-Nistkasten zu bauen. Wer sich diese Arbeit sparen möchte oder muß, kann aber einen speziellen Hummelkasten auch kaufen.

5. Politisches Engagement

Wer auch über den eigenen "Tellerrand" bzw. Gartenzaun schauen möchte, kann vor der – oftmals sogar politisch gewollten – Naturzerstörung in der Gemeinde nicht die Augen verschließen: Da werden Brachflächen, die gar nicht genutzt weren, "gepflegt", damit sie nicht "verwildern"; da werden Acker- und Wegerandstreifen und Waldwiesen mehrmals jährlich gemäht, um der "Ordnungsliebe" der Gemeindeväter genüge zu tun oder weil es "schon immer so" gemacht wurde.
    Dem sollte man durch Vorsprechen beim zuständigen Amt, durch Bürgerinitiativen, Naturschutzverbände und Parteien versuchen entgegenzuwirken.
    Wer selbst Hummeln "hält", hat zudem die Möglichkeit, alleine oder im Verein mit anderen Naturschützern seine eigene Öffentlichkeitsarbeit für Hummeln zu betreiben.

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