Hummeln: Öffentlichkeitsarbeit

Ein Hummelkasten wird geöffnet ...
Ein Hummelfreund zeigt Interessenten ein Hummelvolk

Naturschutzarbeit ist nicht nur direkte Hilfe für die Natur und somit auch die Umwelt des Menschen, sondern auch Öffentlichkeitsarbeit; diese wiederum lebt weniger vom belehrenden oder mahnenden Wort, sondern vor allem vom Zeigen: Menschen möchten die Wunder der Natur sehen und erleben und auch mit dem Herzen für den Naturschutz gewonnen werden.

Hummeln eignen sich für Öffentlichkeitsarbeit in besonderem Maße:

Wichtig bei einer Vorführung ist, daß die Interessenten über das, was sie erwartet, vorinformiert werden, und daß alle Beteiligten hektische Bewegungen und lautes Rufen vermeiden und nicht nach eventuell auffliegenden Hummeln schlagen.

Nicht nur lebende Hummelvölker eignen sich übrigens für eine Demonstration: Wenn ein Nest im Herbst nicht verschimmelt oder von Wachsmotten zerstört ist, kann man es vorsichtig in einen Karton oder "Demo-Kasten" überführen und im Winter trocken und kühl aufbewahren, um es bei Bedarf z. B. einer Schulklasse oder Gästen eines Naturschutzvereines zu zeigen und zu erläutern.

Ein Hummelvolk in einem Hummelkasten eignet sich noch mehr als eine Solitärbienen-Aggregation auch als Demonstrations- und Foto-Objekt für die Presse: Der Nistkasten ist für einen Journalisten leicht zugänglich; sobald (nach der zweiten Brut) ein Dutzend und mehr Arbeiterinnen aktiv sind, läßt sich deren Ein- und Ausfliegen beobachten; fast alle Hummelarten gewähren auch einen Einblick ins Nest, Brutzellen und Nektartöpfe lassen sich meist problemlos fotografieren, wenn der Fotograf sich von der Hektik der auffliegenden und summenden Insekten nicht anstecken läßt; das Sozialverhalten der Hummlen bietet viel Stoff für einen Zeitungsartikel – auch im Vergleich zur Honigbiene, über die die meisten Journalisten ja halbwegs informiert sind.
    Das Problem ist allerdings gerade das Halbwissen der Journalisten und ihre Tendenz, die eigentlich doch spannenden Informationen aus der Welt sozialer Insekten durch allerlei sprachlichen Schnickschnack (wie sie glauben) "aufzuwerten"; einige Beispiele: Von Taxonomie haben Journalisten in der Regel keine Ahnung, also muß man schon darauf hinweisen, daß Hummeln ebenso zu den Bienen gehören wie Solitärbienen, Honigbienen und andere soziale Bienen (Furchenbienen); wer unvorsichtigerweise den taxonomischen Begriff der Familie verwendet, muß damit rechnen, daß er als soziale Gruppe (Königin, Drohnen und ihre Kinder) mißverstanden wird; Honig und Nektar werden regelmäßig verwechselt, und die Frage, ob denn Hummeln auch "Honig produzieren", ist ebenso unausweichlich wie die Frage nach ihrer Gefährlichkeit; die aus- und einfliegenden Arbeiterinnen werden im folgenden Zeitungsartikel ebenso "fleißig" sein wie ihre Pendants bei den Honigbienen – ohne Allgemeinplätze geht's wohl nicht – , und der Besitzer eines Hummelkastens mutiert dort leicht zum "stolzen Hummelvater".


Der Information der interessierten Öffentlichkeit soll ein zweiseitiges Faltblatt ("Eine kleine Hummelkunde" ca. 180 KB, PDF-Dokument) dienen, das sich auf der Seite Wildbienen --> DownLoads Downloads herunterladen läßt.

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