Einfache Hummel-Nisthöhlen

Erdnisthöhlen
Erdnisthöhle Wer auf seinem Gartengrundstück eine Böschung hat, kann leicht zusätzliche Hummelnisthöhlen schaffen: Man sticht mit dem Spaten zunächst ¼ m² Grasnarbe aus und dann einen waagerechten Bauplatz. Diesen bestreut man mit etwas Sand und legt eine große Terrassenplatte darauf. Mit zwei oder drei Schichten Ziegelsteinen schafft man einen Hohlraum, der schließlich mit einer weiteren Platte abgedeckt wird. Ein Stein in der zweiten Reihe erhält auf der Unterseite eine Rinne, die den Gang bildet, durch den die Hummelkönigin und ihre Nachkommen in die Erdhöhle krabbeln. Die verwendeten Steine können teilweise mit Mörtel verbunden werden, die Deckplatte und möglichst auch die Front sollten aber beweglich bleiben. Nachdem man auf die Bodenplatte eine Schicht Laub oder Mulch und eine weitere aus feinerem Material (Sägespäne) geschüttet hat, drückt man eine Mulde in das Nistsubstrat und schichtet in diese eine Portion fein zerpflückter Polsterwolle. Dann wird die Dachplatte aufgelegt und mit etwas Erde und der ausgestochenen Grasnarbe bedeckt. Im Spätherbst öffnet man die Erdkammer oben und vorn, schaufelt und kehrt den gesamten Inhalt heraus und spült den Hohlraum mit einem Eimer heißen Wassers aus.
    Dieses unauffällige Modell hat gegenüber den drei folgenden den Vorteil eines Eingangstunnels, der für Kleinnagerbauten typisch ist und Wachsmotten vielleicht (?) das Eindringen etwas erschwert; eine Nestkontrolle auf Wachsmottenraupen hingegen ist durch die Deckplatte und Grasnarbe sehr erschwert und sollte daher wie in freier Natur unterbleiben.

Pflanzring
Eine Alternative zu einer rechteckigen Erdhöhle ist rundes Betonrohr-Element, wie es im Kanalbau oder als "Pflanzring" z. B. zur Anlage bepflanzter schräger Mauern benutzt wird: Zuerst wird in den oberen Rand wird vorsichtig eine Nut gehämmert, oder man bohrt ganz langsam und mit viel Gefühl ein (Flug-)Loch in die Wand. Dann wird der Betonring auf eine Terrassenplatte gestellt oder auf einer solchen mehr oder weniger tief im Erdreich versenkt – am besten in einem Hang; eine Schicht Sand oder Kies unter der Bodenplatte hilft, den Innenraum trockenzuhalten. Wenn sich das Schlupfloch direkt über dem Boden (der Grasnarbe) befindet, wird eine Hummelkönigin es schnell entdecken. Nun wird der Ring mit dem erwähnten Nistmaterial gefüllt und schließlich mit einer weiteren, überstehenden Platte abgedeckt.
    Besonders die Deckplatte muß absolut plan sein, um vor allem Wachsmotten das Eindringen zu erschweren. Zu diesem Zweck sollte man auch überlegen, ob sich das Flugloch eines halb eingegrabenen Pflanzrings durch ein auf dem Boden liegendes (Bambus-) Rohr oder gar eine Gitterröhre etwas verlängern läßt.

Pflanzring

Tontopf
Eine weitere Alternative, die aber trocken auf dem (nicht im) Boden stehen muß, ist ein sehr großer Blumen-Tontopf mit gerader oder nur wenig geneigter Wandung. Der aufwendigste Arbeitsschritt ist die Herstellung des Fluglochs, das ganz vorsichtig gebohrt und nötigenfalls mit einer Feile nachgearbeitet werden kann. Dann deckt man das Bodenloch mit einem Stein ab und füllt eine grobe und eine feinere Schicht Nistsubstrat sowie die erwähnte Polsterwolle ein. Abgedeckt wird dieser "Nisttopf" mit einem großen, schweren Blumentopf-Untersetzer, dessen Rand die Tropfkante bildet. Er sollte später mehrmals zwecks Nestkontrolle abgehoben werden, da das ungeschützte Flugloch Wachsmotten das Eindringen erleichtert; diese sollte man mit einer Gitterröhre abwehren.
    Der Topf muß, wie gesagt, auf einer Stein- bzw. Betonplatte stehen, damit er kein Wasser zieht. Abwegig ist, einen umgedrehten Blumentopf ins Erdreich einzugraben und das nun oben befindliche "Abflußloch" als Schlupfloch mit einem Brettchen oder Stein vor direktem Regenfall zu schützen: Falls sich tatsächlich eine Hummelkönigin in dieses Verlies verirrt, entwickelt sich ihr Volk nur so lange, wie das Nest nicht durch kräftige Regenfälle ertrinkt oder durch übermäßige Bodenfeuchte verschimmelt.

Blumentopf

Vogelnisthöhlen umfunktioniert
Nistkasten-Typ 5 Immer wieder entdeckt man Hummeln in Vogel-Nistkästen, aus denen das eingetragene Nistmaterial im Herbst nicht entfernt wurde. Also kann man käufliche Holzbeton-Nisthöhlen für Vögel prinzipiell auch als Hummelnisthilfen einsetzen, wenn erst einmal Erfahrungen mit Hummeln gesammelt werden sollen oder für "echte" Hummelkästen (noch) kein Platz vorhanden ist. Zu Vogelnisthöhlen für Hummeln ein paar Hinweise und Tips:

  1. Holzbeton-Vogelnisthöhlen sind zwar deutlich preiswerter als spezielle Hummelkästen aus Holzbeton oder Holz, aber schon aufgrund ihrer geringeren Größe nicht erste Wahl bzw. nur für individuenschwache Völker geeignet. Eine Nestkontrolle ist hier zudem kaum möglich.
  2. Vogel-Nistkästen werden – von Ausnahmen abgesehen – eigentlich nur von Baum- und Wiesenhummeln gelegentlich angenommen, also sollte man sie nur für diese Arten und auch nur für solche ihrer Königinnen bis ca. 1,5 m hoch aufhängen, die partout in einiger Entfernung vom Erdboden ihr Nest gründen wollen. "Normale" Nistkästen sollten immer zusätzlich bereitstehen, um suchenden Königinnen geräumigere Alternativen zu bieten.
  3. Erfahrene Hummelhalter berichten, daß Vogelnistkästen aufgrund der leichteren Zugänglichkeit des Nests mehr als "normale" Nistkästen von Wachsmotten befallen werden. Zwar ist eine Hummelkolonie in einer solchen künstlichen Baumhöhle nicht mehr gefährdet als in einer natürlichen, dennoch sollten Vogelnistkästen im folgenden Jahr nicht weiter verwendet werden, wenn ein solcher Befall festgestellt wird, oder zumindest mit einer Schutzvorrichtung gegen Wachsmotten versehen werden. Die Kontrolle einer solchen Nisthöhle ist übrigens wegen der seitlich angebrachten Tür unnötig schwierig.
  4. Wer einen vorhandenen Vogelkasten umfunktionieren möchte, sollte sein Flugloch mit etwas Beton auf 18–20 mm verkleinern (Rundloch oder Schlitz), um Konflikte vor allem mit Meisen zu vermeiden. Am besten ist es, das Flugloch ganz zu schließen und in der Mitte der Tür ein neues, kleines Loch ganz vorsichtig zu bohren. Als Schutzvorrichtung gegen Wachsmotten kommt nur eine Gitterröhre in einem ca. 2 cm großen Rundloch in Frage.
  5. Bei Neuanschaffungen sollte man sich zugunsten individuenstarker Völker gleich für einen "Großraumkasten" entscheiden – z. B. einen sogenannten "Bogennistkasten" der Firma EMBA oder den Typ 1GR von Schwegler: Hier genügt es, zwei der drei Löcher zu schließen. Wer gleich eine zweite Tür mitkauft, kann den Kasten für den Vogelschutz weiterverwenden, wenn er für Hummeln wegen drohenden Wachsmottenbefalls nicht mehr in Frage kommt.
  6. Die Inneneinrichtung besteht am besten aus etwas Substrat (Laub, Moos, Mulch, Sägespäne), auf das man möglichst noch etwas Polsterwolle bis zur Hälfte der Nisthöhle locker schichten sollte.

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