Anthidium  byssinum ·  manicatum ·  nanum ·  oblongatum ·  punctatum ·  strigatum


Wollbienen: Anthidium nanum

Artname: Anthidium nanum Mocsáry 1881
Synonym: Anthidium lituratum (Panzer 1801) · Anthidium scapulare Latreille 1809
Volksmund: deutsch: "Stengel-Wollbiene" ("Zwerg-Wollbiene") · englisch: ("Stalk Wool-carder Bee") · niederländisch: ("Stengelwolbij")
Merkmale: 6–8 mm; schwarz mit auffälliger gelber bis weißgelber Abdomen-Zeichnung. W.: Hinterkopf und Nebengesicht seutlich mit je 2 halbmondförmigen hellghelben Flecken, Clypeus und Schläfen schwarz; Tegulae (Abdeckungen der Flügelbasis) mit je einem gelben Fleck; Femora schwarz, Tibien gelb bis rötlich; 1.–4 oder 5. Tergit mit jeweils 2 gelben bis weißgelben länglichen Flecken; Scopa Bauchbürste hell. M.: ähnlich dem W.; Clypeus, Nebengesicht & Mandibeln weißgelb; Beine gelb.
Verbreitung: Europa nördlich bis 52° n. Br. (im Ural bis 55°); in Deutschland bis zu den Mittelgebirgen, bis 450 m, im Wallis bis 2000 m. Evtl. eingeschleppt in Maryland, USA.
Lebensraum: Trockenwarme Hänge, Waldränder, Ruderalflächen etc.
Fortpflanzung: in markhaltigen, auch hohlen dürren Stengeln oder Zweigen von Brombeeren, Disteln, Königskerzen, Holunder, Schilfhalmen etc.; auch verlassene Nester anderer Bienen; Baumaterial: Pflanzenhaare. Überwinterung als Ruhelarve im Kokon.
Kuckuck: die Düsterbienen Stelis ornatula & Stelis punctulatissima
Nahrung: pollenspezialisiert (oligolektisch) auf Asteraceae, .
Flugzeit: 1 Generation im Jahr (univoltin): Juni–August.
Rote Liste: Kategorie 3: Gefährdet
Wollbiene Anthidium nanum, W
Anthidium nanum  · Kaiserstuhl, 3.8.2015

Der wissenschaftliche Name dieser Wollbiene bedeutet 'Zwerg' und korrespondiert mit ihrer Kleinheit, die nur ein zweiter Winzling unter den Wollbienen erreicht: Anthidium strigatum. Die Suche nach Anthidium nanum in der Literatur kann den Leser allerdings verwirren, da die Art unter drei Namen bekannt ist: Die noch in Westrichs Standardwerk (Die Wildbienen Baden-Württembergs) verwendete Bezeichnung Anthidium lituratum mußte gemäß den wissenschaftlichen Nomenklaturregeln aufgegeben werden zugunsten des jüngere Namens Anthidium scapulare; dieser aber bezeichnete zwei Arten und wurde daher aufgegeben zugunsten von Anthidium nanum (Deutschland, Schweiz, westl. Österreich) und Anthidium tenellum (im Osten Österreichs). In der "Roten Liste der Bienen Deutschlands (Hymenoptera, Apidae) (4. Fassung, Dezember 2007)" ist zu lesen:

Anthidium nanum Mocsáry 1881
Wie Herr Schwarz (Ansfelden) dem Erstautor freundlicherweise mitteilte, ist das in den vergangenen Jahren als objektives jüngeres Synonym von Anthidium lituratum (Panzer) aufgefaßte Taxon Anthidium scapulare Latreille eine eigene, von Anthidium lituratum verschiedene Art. Der Name Anthidium lituratum darf als primäres Homonym aufgrund der Nomenklaturregeln nicht mehr verwendet werden. Deshalb kommt nach Meinung von Tkalcu (Prag) und Schwarz (Ansfelden) Anthidium nanum Mocsáry als nächstes jüngeres Synonym in Frage. Es ist den Autoren aber nicht bekannt, ob Tkalcu die auf dieser Einschätzung beruhenden Fakten in naher Zukunft publizieren wird.
    (Quelle: Paul Westrich, Ulrich Frommer, Klaus Mandery, Helmut Riemann, Haike Ruhnke, Christoph Saure & Johannes Voith (2008): "Rote Liste der Bienen Deutschlands (Hymenoptera, Apidae) (4. Fassung, Dezember 2007)" in: Eucera 1. 2008, 3, Seite 45.)

Diese kleine Wollbiene ist im Vorbeigehen nicht leicht zu entdecken, da sie nicht länger und nur etwas gedrungener ist als z. B. eine Löcherbiene (Heriades). Erst wenn bei näherem Hinsehen die hellgelben Flecken auf dem Abdomen sichtbar werden, ist der Zwerg als Wollbiene entlarvt. Die Weibchen lassen sich beim Blütenbesuch gut beobachten und mit etwas Übung auch fotografieren; die Männchen hingegen patrouillieren die Pollenlieferanten (vor allem Flockenblumen und Disteln) der Weibchen ab und docken nur kurz zum "Nachtanken" an den Blüten an.

Anthidium nanum ist aus schlechtem Grund gefährdet: nicht wegen ihrer Vorliebe für die erwähnten Korbblütler, die sie noch ausreichend findet, sondern aufgrund ihrer Nistweise: Die Weibchen bauen ihre Nester in hohlen oder markhaltigen Stengeln bzw. Zweigen von Brombeeren, Disteln, Königskerzen, Holunder, Schilfhalmen etc. Hohle Stengel oder verlassene Nester anderer Bienen in Stengeln werden direkt besiedelt, vorhandenes Mark wird ausgeräumt, um aus Pflanzenwolle direkt übereinander linienförmig die Brutzellen anzulegen. Solche Nistpflanzen sind jedoch typische Besiedler von Ruderal- bzw. Pionierflächen und fallen daher regelmäßig als "Wildwuchs" dem "Ordnungssinn" von Gartenämtern wie auch Privatpersonen zum Opfer.

Wollbiene Anthidium nanum, WM   Wollbiene Anthidium nanum, W
Anthidium nanum  · 5 Tergite haben je 2 hellgelbe Flecken · Kaiserstuhl, 03.08.2015   Anthidium nanum  mit je 2 hellgelben Flecken auf der ersten 4 Tergiten · Kaiserstuhl, 07.08.2015

Wollbiene Anthidium nanum, WM   Wollbiene Anthidium nanum, W
Anthidium nanum  · Kaiserstuhl, 07.08.2015   Anthidium nanum  · Kaiserstuhl, 07.08.2015

Wollbiene Anthidium nanum, WM   Wollbiene Anthidium nanum, W
Anthidium nanum  · Kaiserstuhl, 03.08.2015   Anthidium nanum  · Kaiserstuhl, 07.08.2015

Wollbiene Anthidium nanum, WM   Wollbiene Anthidium nanum, W
Anthidium nanum  · Kaiserstuhl, 03.08.2015   Anthidium nanum  · Kaiserstuhl, 07.08.2015

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