Kegelbienen · Coelioxys
Artenportraits:  Coelioxys  aurolimbata ·  elongata ·  inermis ·  rufescens

Coelioxys-Arten sind durchweg Kuckucksbienen, die ihre Eier in die Nester vor allem der nahe verwandten Blattschneiderbienen (Megachile) legen, je nach Art aber auch Mauerbienen (Osmia), Pelzbienen (Anthophora) und Bastardbienen (Trachusa) parasitieren. Nach den auffällig gezeichneten Wespenbienen (Nomada) sind die Kegelbienen vermutlich die artenreichste Schmarotzerbienengattung: 16 Arten gibt es im deutschsprachigen Raum, 12 in Deutschland, 15 in Österreich und 11 in der Schweiz. Da ihre Wirte aber nicht gerade häufig selten sind, werden Kegelbienen nur selten gefunden, einige sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Kegelbiene: vermutlich Coelioxys aurolimbata, W   Kegelbiene: vermutlich Coelioxys aurolimbata, W
Kegelbiene, vermutlich Coelioxys aurolimbata an Lythrum salicaria · Orsoy, 13.07.2006   Coelioxys aurolimbata an Stachys byzantina (Wollziest) · Solingen, 14.07.2008

Erscheinungsbild: Die Kegelbienen "verdanken" ihren deutschen Gattungsnamen der typischen Kegelform ihres Hinterleibs: Dem breiten Kopf mit großen Komplexaugen schließt sich ein breiter Thorax und schließlich ein zunächst ebenso breites Abdomen an, das sich schnell verjüngt und für Bienen ungewöhnlichen spitz endet. Im Englischen werden Kegelbienen deshalb als "Sharp-Tailed Bees" bezeichnet. Die Hinterleibs-Tergite einer Kegelbiene sind grundsätzlich schwarz, enden aber in hellen Binden oder bestehen bei manchen Arten sogar aus weißen Schuppen. Da sich die meisten Arten sehr ähneln, sind sie im Feld kaum voneinander zu unterscheiden. Die Drohnen sind allerdings an den Dornen des Abdomen-Endes zu erkennen.

Nahrungssuche: Kegelbienen sind Nahrungsgeneralisten (polylektisch) und sammeln nur für den Eigenbedarf, da die Brut von der jeweiligen Wirtsart versorgt wird. Das Spektrum der Trachtpflanzen begrenzt das Vorkommen der Gattung also nicht.

Fortpflanzung: Die ungewöhnliche Fortpflanzungsbiologie der Kegelbienen ist bislang wenig erforscht. Zu C. rufocaudata hat man folgende Erkenntnisse, die sich vermutlich verallgemeinern lassen:
    Ein Weibchen (unter Umständen sogar mehrere!) durchbohrt mit seinem spitzen Abdomen-Ende die Blatthülle der Brutzelle und ihren Pollenvorrat und legt sein Ei so in das Loch in der Blatthülle, daß sein Kopfende mit dem Pollen in Berührung kommt. Drei Tage später schlüpft die Larve, die sich zunächst vom Pollen der Blattschneiderbiene Megachile rotundata ernährt und nach 6–7 Tagen ihr Ei bzw. die junge Larve erreicht und mit ihren in diesem Stadium (besonders bei Weibchen) stark entwickelten Mandibeln frißt. Im Falle mehrerer Coelioxys-Larven tötet eine der Larven die anderen. Anschließend ernährt sie sich nur noch von Pollen und spinnt im Alter von 11–16 Tagen den Kokon. Die Diapause verbringt die Kegelbiene wie ihre Wirtin als Ruhelarve, also in einer Vorpuppenphase.

Flugzeit: Kegelbienen fliegen in Abhängigkeit von den artspezifiscvhen Wirtsarten von Mai bis September. Sie produzieren eine Generation im Jahr (univoltin), bei einigen Arten erscheint teilweise eine zweite Generation (bivoltin) wahrscheinlich.

Coelioxys-ArtWirtsartFlugzeit
Coelioxys afra Sandgebiete: Megachile leachella
Trockenhänge: Megachile pilidens
evtl. Megachile apicalis
Ende Juni–Mitte August; univoltin
Coelioxys alata Megachile ligniseca
Anthophora furcata
Juni–August; univoltin
Coelioxys aurolimbataMegachile ericetorum Mitte Juni–August; univoltin
Coelioxys brevis Mitteleuropa: Megachile leachella
Südeuropa: Megachile apicalis
Juli–August; univoltin
Coelioxys conoidea Megachile maritima
Megachile lagopoda
Anfang Juli–Ende August; univoltin
Coelioxys elongata Megachile willughbiella
Megachile circumcincta
Megachile ligniseca
Megachile centuncularis
Megachile leachella
Mitte Juni–Ende September; univoltin
Coelioxys inermis Megachile centuncularis
Megachile versicolor
Megachile alpicola
Osmia papaveris ?
Anthophora furcata ?
Ende Mai–September; partiell bivoltin?
Coelioxys lanceolata Megachile nigriventris Juni–Juli; univoltin
Coelioxys mandibularis Megachile versicolor
Megachile leachella
Megachile circumcincta
Megachile centuncularis
Megachile versicolor
Megachile pyrenaea
Osmia papaveris
Mitte Juni–Ende August; univoltin
Coelioxys quadridentata Anthophora furcata
Anthophora plagiata
Megachile circumcincta
Megachile willughbiella
Anthidium byssinum
[ehemals: Trachusa byssina]
Ende Mai–Mitte Juli; univoltin
Coelioxys rufescens Anthophora plagiata
Anthophora quadrimaculata
Anthophora bimaculata
Anthophora furcata
Anthophora borealis
Anthophora fulvitarsis
Juni–September; univoltin
Coelioxys echinata (ehemals rufocaudata) Megachile rotundata
(Osmia adunca ?)
Anfang Juli–Anfang September; univoltin

Coelioxys Latreille 1809 nach Schwarz et al. (1996), Müller (1997), Westrich & Dathe (1997 & 1998)
C. afra Lepeletier 1841
C. alata Förster 1853
C. aurolimbata Förster 1853
C. brevis Eversmann 1852
C. caudata Spinola 1838
C. conica* (Linnaeus 1758)
C. conoidea (Illiger 1806)
C. echinata* Förster 1853
C. elongata Lepeletier 1841
C. emarginata Förster 1853
C. haemorrhoa Förster 1853
C. inermis (Kirby 1802)
C. lanceolata Nylander 1852
C. mandibularis Nylander 1848
C. obtusa Pérez 1884
C. polycentris Förster 1853
C. rufescens Lepeletier & Serville 1825   17 Arten
*Synonyma: nach Müller et al. (1997), Westrich (1990) sowie Westrich & Dathe (1997 & 1998):
  • Coelioxys quadridentata (Linnaeus 1758) → Coelioxys conica (Linnaeus 1758)
  • Coelioxys rufocaudata Smith 1854 → Coelioxys echinata Förster 1853

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      Portrait: C. aurolimbata nächste Gattung