Wildbienen-Lehrpfade
Solingen: Botanischer Garten Solingen: Botanischer Garten · Leverkusen: Neulandpark (LAGA) Leverkusen: Neulandpark · Erkrath: NSZ Bruchhausen Erkrath: NSZ Bruchhausen

Wie bringt man der Bevölkerung das ökologische Thema "Wildbienen" nahe, wenn

Eine besondere Form der Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitsarbeit für Wildbienen ist der Wildbienen-Lehrpfad bzw. im engeren Sinne der "Bienengarten" – also eine umweltpädagogische Dauerausstellung, die unter freiem Himmel Info-Tafeln zur Biologie der Wildbienen mit verschiedenartigen Nisthilfen und exemplarisch einigen Futterpflanzen kombiniert und so neben interessierten Besuchern auch lokal vorkommende Bienen anlockt. Drei Beispiele werden vorgestellt: Solingen: Botanischer Garten Solingen: Botanischer Garten · Leverkusen: Neulandpark (LAGA) Leverkusen: Neulandpark · Erkrath: NSZ Bruchhausen Erkrath: Naturschutzzentrum Bruchhausen.

1. Lehrpfad im Botanischen Garten Solingen

Wildbienen-Lehrpfad (hinten rechts die Nistanlage)
Der Wildbienen-Lehrpfad 2012, 13 Jahre nach seiner Eröffnung im Jahr 1999

Eine nachahmenswerte Antwort auf diese Frage gibt ein Wildbienen-Lehrpfad, wie er 1999 unter der fachlichen Anleitung der Biologischen Station Mittlere Wupper im und mit dem Botanischen Garten der Stadt Solingen (NRW) als sogenannte AB-Maßnahme realisiert wurde. Hilfreich war die Kooperation mit zwei Wildbienen-Experten, den vier örtlichen Naturschutz-Verbänden und nicht zuletzt den Mitarbeiter(inne)n des Botanischer Garten Solingen Botanischen Gartens, der im Sommer täglich von 8–20 Uhr geöffnet ist. Man beachte die Hinweistafeln und Nisthilfen beiderseits des Weges.

Gegenüber einem (Dia-) Vortrag etwa durch einen Naturschutzverein in der örtlichen Volkshochschule oder einer (Wander-) Ausstellung z. B. in einer Bank-Filiale bietet ein Lehrpfad gleich mehrere Vorteile:

  1. erreicht ein in einen öffentlichen Garten integrierter Lehrpfad auch solche Menschen, die ihn nicht absichtlich aufsuchen, sondern nur zufällig finden (Stammgäste) und aus Neugier besichtigen;
  2. ist die Besichtigung des Lehrpfads nicht auf einen Termin bzw. zwei oder drei Wochen beschränkt, sondern immer möglich, solange das Wetter mitspielt und es irgendetwas zu sehen gibt;
  3. erleben Besucher die Nisthilfen und Trachtpflanzen und ihre geflügelten Nutzer selber mit eigenen Augen, also nicht aus zweiter Hand durch Bild und Vortrag oder als tote Exponate im Museum;
  4. lassen sich künstliche Nisthilfen durchaus mit (wetterfesten) Bild- und Erläuterungstafeln und Vorträgen kombinieren, um das theoretische Verständnis ökologischer Zusammenhänge zu vertiefen.

Das Ziel eines solchen Lehrpfades ist es, das Wissen um die ökologischen Zusammenhänge zwischen Wildbienen, Pflanzen und Nistplätzen zu fördern und die Menschen für die Notwendigkeit zu sensibilisieren, solche Lebensgemeinschaften auch im eigenen Interesse zu schützen. Der Wildbienenlehrpfad im Botanischen Garten der Stadt Solingen zeigt deshalb einerseits verschiedene Nisthilfen, die man Wildbienen anbieten kann: Nistblöcke aus Holz und gebranntem Ton vor allem für Mauerbienen, hohle Stengel für Scheren- und Maskenbienen, eine Lehmwand für Pelzbienen und einen "Sandkasten" für Sandbienen. Andererseits präsentiert er exemplarisch auf 14 Pflanzbeeten solche Blütenpflanzen, für die Wildbienen besonders schwärmen, und kleine Hinweistafeln teilen dem Besucher jeweils mit, welche. So wird Neugier geweckt und befriedigt, und vieles regt zur Nachahmung an: Nisthilfen für Solitärbienen sind meist noch einfacher herzustellen als solche für Vögel! Die Beete sollte man allerdings nicht 1:1 imitieren, die dort ausgestellten Blumenarten müssen jeweils in viel größeren Beständen angepflanzt werden, um eine auf sie spezialisierte Bienenpopulation zu erhalten.

Rückseite des Wildbienen-Standes und Pfad   Die Rückseite der Nistanlage
Der Wildbienenstand am Lehrpfad Wildbienenstand (Rückseite) am Lehrpfad   Der Wildbienen-Lehrpfad 2004, Gegenrichtung

Mehrzweck-Bienenhaus   Mehrzweck-Bienenhaus renoviert
Ein Wildbienen-"Hochhaus" befriedigt gleich mehrere Nistplatzansprüche (Eröffnung 1999)   Mehrzweck-Bienenhaus desselben Typs nach einer farbenfrohen Renovierung im Jahre 2004

Wildbienen-Sandkasten   Nistziegel und -kasten an der Mauer
Die beiden Hälften des Sandkastens werden abwechsend jedes 2. Jahr von Aufwuchs befreit.   Nistziegel & Schilfkasten an der Mauer hinter der Schauanlage (Bienen-"Hotels" von V. Fockenberg)

Info-Tafel 1   Info-Tafel 2   Info-Tafel (3)
Wetterfeste Info-Tafeln ...   ... aus eloxiertem Alumnium   Info-Tafel an der Schauwand

Trachtpflanzen für Osmia caerulescens   Leonurus cardiaca & Campanula trachelium für Melitta spec.
Futter für die Blaue Mauerbiene   Herzgespann, Nesselblättrige Glockenblume und Blutweiderich

Chrysantemum maximum & Bunias orientalis für Andrena spec.   Ballota nigra für Anthidium spec.
Riesen-Margerite & Zuckerschote für Sandbienen   Schwarznessel (Ballota nigra) u. a. für Wollbienen

Calluna vulgaris & Erica tetralix   Tanacetum vulgare & Centaurea montana für Melitta spec.
Futterpflanzen für die Wald-Pelzbiene   Rainfarn & Bergflockenblume für Seidenbienen

Hummeln spielten in diesem Projekt zunächst keine Rolle, da ein unterirdischer Bodenkasten sich aufgrund der Bodenfeuchte als ungeeignet erwies und ein oberirdischer Kasten vor Diebstahl und mutwilliger Zerstörung nicht schützbar erschien. 2004 wurde dann aber doch ein Humelkasten aufgestellt, der auf einen Sockel – einen mit Beton gefüllten Rasterstein – gedübelt und dessen Dach mit einem Bügelschloß gesichert wurde.

Ausstechen der Grube Letzte Feinarbeiten ... Der bezugsfertige Hummelkasten
Ausstechen einer Grube für den ausgegossenen Rasterstein   Letzte Feinarbeiten für die waagerechte Ausrichtung   Der bezugsfertige Hummelkasten
(Hummelschutz --> "Zu kaufen" Hummelschutz: "Zu kaufen")


2. Wildbienen-Lehrpfad im Neulandpark in Leverkusen (seit 2005)

Die 14 Vereine des Stadtverbandes Leverkusen der Kleingärtner e.V. demonstrierten auf der Landesgartenschau 2005 mit ihrem "Wildbienengarten" die Vielfalt möglicher Nisthilfen für Wildbienen; die erdnistenden Bienen (mit drei Vierteln die große Mehrheit) wurden allerdings nur durch eine aus Pflanzsteinen erstellte Lehm-Steilwand berücksichtigt, und eine Vernetzung mit den Blütenpflanzen des Parks unterblieb. Das am Rhein (Rheinallee 3) gelegene Gelände ist seither als "Neulandpark" bekannt, die Nisthilfen sind 2014 seit neun Jahren in Betrieb:

LaGa Leverkusen: Bienenmann   LaGa Leverkusen: Lehmwand aus Pflanzsteinen
Bei Mauerbienen sehr begehrt:
der Bienenmann
  Erfolgreich nachgebaut: eine Lehmwand aus Lehmwand aus Pflanzsteinen Pflanzsteinen

LaGa Leverkusen: Stellwand mit Bienenhotels   LaGa Leverkusen: käufliche Nisthilfen
Demo-Wand: fast alles, was es für Solitärbienen Gutes gibt!   Was man so Zu kaufen ... kaufen kann ...

LaGa Leverkusen: Bau- und Nistziegel   LaGa Leverkusen: Wildbienenwand
Turm-Hotel aus Zu kaufen: Nistziegel Nistziegeln   Prächtige Wildbienenwand mit Lehmmauer und Sandkasten

LaGa Leverkusen: Mehrzweck-Bienenhaus   LaGa Leverkusen: Zweiseitiges Demo-Nistbrett
Bienenhaus für Stengel- und Totholz-Bewohner   Zweiseitiges Demo-Nistbrett mit Plexiglas

LaGa Leverkusen: Mehrzweck-Bienenhaus
Blick auf den Wildbienenpfad von der Demo-Wand aus · Neulandpark, 02.08.2011


3. Bienenhäuser im NSZ Bruchhausen (Erkrath) 2014

Das Naturschutzzentrum Bruchhausen, Erkrath Naturschutzzentrum Bruchhausen in 40699 Erkrath bei Düsseldorf (Bruchhauser Straße 47–49, Fon: 02104/797989) wird von der 1989 gegründeten Stiftung "Naturschutzgebiet Bruchhausen" betrieben, die auch das Naturschutzgebietes "Bruchhauser Feuchtwiesen" betreut und mit zahlreichen Bildungseinrichtungen und Naturschutzinstitutionen der Region kooperiert. Das NSZ hat drei Arbeitsschwerpunkte:

  1. verschiedene ökologische Projekte (Geburtshelferkröten, Zauneidechsen, Biotopmanagement etc.)
  2. schulische Umweltbildung einschließlich der Offenen Ganztagsschulen an einem außerschulischen Lernort
  3. Umweltbildung in der Freizeit (Ferienprogrammen, Kindergruppen, Kindergeburtstagen, Fortbildungen, Exkursionen, Erwachsenenbildung).

Einen wichtigen, nicht zu übersehenen Teil des Angebotes für Besucher und Tierwelt nehmen die zahlreichen auf dem Gelände verteilten Nisthilfen für Wildbienen und Solitärwespen ein. Die größten menschengemachten Objekte sind zwei Wildbienen-Häuser mit in die Wände integrierten Nistmöglichkeiten. Bodennister finden ihre Niststrukturen in der benachbarten Sandgrube, deren Sandabbau 2014 einstellt wird.

NSZ Bruchhausen: Bienenhaus
Bienenhaus im Naturschutzzentrum Bruchhausen (Erkrath), Stand 2014

NSZ Bruchhausen: Führung am Bienenhaus
Führung am Bienenhaus im NSZ Bruchhausen, Erkrath (Die Nistziegel sind ohne Stengel nutzlos!)

NSZ Bruchhausen: Infotafel zum Bienenhaus   Baumstammstück auf Metallständer
Info-Tafel zum Bienenhaus mit Hummelkasten   Ein Stück Baumstamm unter einem Vordach. Ein Metallständer schützt vor Bodenfeuchte

2. Wildbienen-Haus: Außenwand aus Nisthilfen
Zweites Wildbienen-Haus im Bau: Die Außenwand besteht aus Nisthilfen (NSZ Bruchhausen 2014)

NSZ Bruchhausen: Lehmwand für Lehmwespen, Pelzbienen etc.
Bau einer Lehmwand für Lehmwespen, Pelzbienen etc. (NSZ Bruchhausen 2014)

Sandgrube am NSZ Bruchhausen
Die Sandgrube am NSZ Bruchhausen wird 2014 geschlossen und dann vom Naturschutz betreut

Falls am linken Bildschirm-Rand keine Verweisleiste zu sehen ist, klicken Sie bitte auf , um den gesamten Framset anzuzeigen.

Zur Leitseite   Nach oben   Wildbienen-Lehrgarten