Personen-Glossar
Die folgende Liste nennt einige wichtige Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Biologie bzw. der Entomologie:

Heinrich Friese (* 04.05.1860 · † 08.09.1948)
Entomologe und Apiodologe. Einer Orgelbauerlehre folgte das Studium der Zoologie, Botanik und Physik (1886–1889). Forschungsreisen u. a. nach Spanien, Frankreich und Ungarn resultierten 1895 bis 1901 in seinem sechsbändigen Werk Die Bienen Europas (Apidae europaeae). Weitere Veröffentlichungen waren u. a.: Megachilinae, Hymenoptera · Apidae (1911) und Die europäischen Bienen (Apidae) – Das Leben und Wirken unserer Blumenwespen. Eine Darstellung der Lebensweise unserer wilden wie gesellig lebenden Bienen nach eigenen Untersuchungen für Naturfreunde, Lehrer u. Zoologen (1922).
 
William Kirby (* 19.09.1759 · † 04.07.1850)
englischer Entomologe, Gründungsmitglied der Linnean Society und Mitglied der Royal Society; ab 1782 Landpfarrer in Barham, Suffolk, in seiner Freizeit Naturforscher. Durch seine – auch mit anderen zeitgenössischen Naturwissenschaftlern (William Jackson Hooker, Thomas Marsham, James Edward Smith) betriebenen – Studien der Insekten wurde er zum "founder of entomology" ('Gründer der Entomologie'). Sein erstes großes Werk war 1802 die Monographia Apum Angliae (die mehrbändige 'Monographie der Bienen Englands'). Diese erste Abhandlung, die sich ausschließlich den Bienen widmete, gründete auf der Linnéschen Systematik und beschrieb eine Vielzahl neuer Arten. Später verfaßte Kirby zusammen mit dem Kaufmann und Entomologen William Spence das das erste populärwissenschaftliche englische Werk über Insekten: Introduction to Entomology (vier Bände: 1815–1826).
 
Carl von Linné bzw. Carl/Carolus Linnaeus (* 23.05.1707 · † 10.01.1778)
schwedischer Naturforscher, durch die binäre Nomenklatur Begründer der modernen botanischen und zoologischen Taxonomie. Ab 1727 Medizinstudium an der Universität Lund, 1735 Doktorwürde in Harderwijk (Holland); 1738 korrespondierendes Mitglied der Pariser Akademie der Wissenschaften, nach seiner Rückkehr Niederlassung als Arzt in Stockholm; 1739 Gründungsmitglied der Schwedischen Akademie der Wissenschaften und deren erster Präsident; ab 1741 Professor an der Universität Uppsala und neun Jahre später deren Rektor; 1747 Leibarzt des Königs; 1756 Adelung durch König Adolf Friedrich, seither "Carl von Linné". Linnés bekannteste Werke sind Systema Naturae (Leiden, 1735), Fundamenta Botanica (Amsterdam, 1735), Critica Botanica (Leiden, 1737) und Genera plantarum (Leiden, 1737).
 
Charles Duncan Michener (* 22.09.1918 · † 01.11.2015)
1941 PhD ('Doctor of Philosophy') an der Berkeley-Universität in Kalifornien, 1942 Assistant Curator für Schmetterlinge am American Museum of Natural History in New York City, 1948 Associate Professor für Entomologie an der Universität Kansas, 1965 Mitglied der National Academy of Sciences, seit 1963 mit jeweils unterschiedlicher Dauer Herausgeber von Fachzeitschriften und Präsident wissenschaftlicher Gesellschaften. Schon 1944 begründete Michener seinen späteren internationalen Ruf als "Bienen-Papst" mit seiner Arbeit Comparative External Morphology, Phylogeny, and a Classification of the Bees. Seine weltweit akzeptierte Klassifikation der Bienen wurde erst 1993 bis 1995 unter seiner Beteiligung teilweise revidiert. 1974 erschien The Social Behavior of the Bees, 2000 sein Standardwerk The Bees of the World, das 2007 die 2. Auflage erlebte.
 
Adolph Schenck (* 11.04.1803 · † 23.02.1878)
Gymnasiallehrer und Entomologe. Von den aus Deutschland bekannten Bienenarten wurden 43 von Adolph Schenck erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Philipps-Universität Marburg verlieh ihm für seine entomologischen Verdienste den Dr. phil. h. c. Der größte Teil seiner naturkundlichen Sammlungen ist verschollen, die Hymenopteren-Sammlung jedoch gelangte 1968 an das Senckenberg-Museum in Frankfurt.
 
Christian Konrad Sprengel (* 22.09.1750 · † 07.04.1816)
deutscher Theologe, Botaniker und Naturkundler; durch sein Werk Das entdeckte Geheimniß der Natur im Bau und der Befruchtung der Blumen (Berlin, 1793) Wegbereiter der modernen Bestäubungsökologie. Seine Forschungen beschäftigten Sprengel so sehr, daß er seinen Posten als Rektor der lutherischen Großen Schule in Spandau verlor. Einige Botaniker erkannten seine Forschungsergebnisse sofort an, 1794 wurde sogar die australische Gattung Sprengelia aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) nach ihm benannt; meist aber wurden seine Erkenntnisse zu seinen Lebzeiten ignoriert oder gar abgelehnt (u. a. von Goethe). Charles Darwin, der Begründer der Evolutionsbiologie (On the Origin of Species, 1859), verhalf Sprengel schließlich zur verdienten Anerkennung durch sein Werk On the various contrivances by which British and foreign orchids are fertilised by insects, and on the good effects of intercrossing (1862).
 
Paul Westrich (* 26.07.1947)
deutscher Naturwissenschaftler, Entomologe und Apidologe; 1979 Promotion zum Dr. rer. nat., 1999 Verleihung der Meigen-Medaille durch die Deutsche Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie. Kein Name ist unter Biologen wie Naturschützern im deutschsprachigen Raum so eng mit den Wildbienen verknüpft wie der von Paul Westrich. Ihm verdanken wir das 1989 erschienene Standardwerk Die Wildbienen Baden-Württembergs (Zwei Teile: Allgemeiner Teil: Lebensräume, Verhalten, Ökologie und Schutz und Spezieller Teil: Die Gattungen und Arten) und seit 2011 in vielen Auflagen Wildbienen · Die anderen Bienen. Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz war Westrich federführend an der 2007 publizierten Roten Liste für die Wildbienen Deutschlands beteiligt. Seit 2008 gibt er die Fachzeitschrift Eucera heraus. Ohne Paul Westrich gäbe es diese Website nicht.
 

Falls am linken Bildschirm-Rand keine Verweisleiste zu sehen ist, klicken Sie bitte auf , um den gesamten Framset anzuzeigen.

Zur Leitseite   Nach oben   Abkürzungen