Schienenbienen · Nomia / Pseudapis
Artenportrait:  Pseudapis  femoralis

Die Schienenbienen (Familie Halictidae) haben hier zwei alternative wissenschaftliche Gattungsnamen, Nomia und Pseudapis, weil unklar ist, ob man von nur einer Gattung, nämlich Nomia, mit vielen Arten ausgehen sollte oder neben dieser eine eigenständige Gattung Pseudapis annehmen sollte. Da in Europa nur Pseudapis vorkommt, entscheidet sich der Autor durchaus willkürlich, vorläufig bei diesem Gattungsnamen zu bleiben. In Mitteleuropa kommen nur zwei Arten vor, davon in Deutschland möglicherweise nur eine: Pseudapis femoralis. Diese lebt auch in Österreich, während die zweite Art, Pseudapis diversipes, in beiden Alpenländern (A & CH) vorkommt. (Eine weitere Art, Pseudapis bispinosa (Brullé, 1832), lebt im Mittelmeerraum bis Slovenien (Salzpfannen bei Secovlje).)
    Schienenbienen sind 7–10 mm große schwarze Bienen mit auffälligen weißen Hinterleibsbinden, die an Schmalbienen (Lasioglossum) und auch an Andrena ovatula erinnern. Wie bei Lasioglossum sitzen die Binden auf den Tergit-Basen, also vorn auf den Panzerringen, werden aber teilweise vom durchscheinenden rötlichen Endrand des jeweils vorigen Tergits überdeckt, wenn die Biene sich nicht krümmt. Auffällig ist die sehr grobe Punktierung von Thorax und Abdomen, noch auffälliger aber und gattungstypisch sind die großen Schuppen an der Flügelbasis. Die Drohnen weisen stark verdickte Hinterschenkel (Femora, also die Beinglieder oberhalb der Tibiae) auf, die unterseits lang und weiß bepelzt sind, sowie lange Fortsätze am unteren Ende der Hinterschiene (Tibia), die wohl zum deutschen Gattungsnamen geführt haben und bei der Paarung eine Rolle spielen dürften.

Die beiden Pseudapis-Arten des deutschsprachigen Raumes sind vermutlich polyletisch. Ihren Pollen sammeln sie an der Haarbürste ihrer Hinterschienen (Tibiae) und Fersenglieder (Metatarsi) und den Körbchen auf der Unterseite ihrer Hinterschenkel (Femora) sowie in geringem Umfang an den Seiten des Mittelsegments (des Propodeums). Die Drohnen patrouillieren auf der Suche nach Weibchen entlang der Trachtpflanzen auf duftmarkierten Flugbahnen. Zum Schlafen klammern sie sich einzeln oder in Gruppen z. B. an Halmen oder auf Blütenständen fest.

Schienenbienen nisten – meist in Aggregationen – in selbstgegrabenen Bodennestern, und zwar meist in ebenen vegetationsarmen Flächen. Die Nistweise ist vermutlich kommunal. Die Larven spinnen keinen Kokon und überwintern als Ruhelarve. Die Art fliegt nur im Hochsommer und in nur einer Generation im Jahr. Parasitiert wird Pseudapis von der Kuckucksbiene Pasites maculatus, einer Kurzhornbiene, die in Deutschland allerdings noch nicht gefunden wurde.

Pseudapis Kirby 1900 nach Schwarz et al. (1996), Müller (1997) sowie Westrich & Dathe (1997 & '98)
P. diversipes Latreille 1806 P. femoralis (Pallas 1773)
2 Arten


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